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Sadiks Traum-Solo im Tempospiel

Ein Rauf- und Runter-Spiel mit viel Spannung bis zur letzten Minute - das Lokalderby gegen SC Waldniel hatte für alle Zuschauer eine Menge zu bieten, auch wenn das erste Heimspiel der Saison für den gastgebenden Dülkener FC am Ende nicht mit einem Sieg zu Ende ging.

Aufgrund einer langen Verletztenliste konnte Thomas Menzel gerade mal 13 gesunde Spieler aufbieten. Michael Flöck wurde nach hinten beordert und sollte als Libero die Abwehr dicht halten. Vorne stürmte mit Michael Sadik auch Joachim Pütz. Panos Saviddes kam über die linke Flanke. Nils Menzel und Bernd Huintjes sollten das Spiel wie gewohnt aus dem Mittelfeld ankurbeln.

Doch zunächst ging die Rechnung des Trainers nicht auf. Waldniel erwischte einen Auftakt nach Maß und führte bereits nach fünf Minuten mit 1:0. Die Flanke aufs lange Eck düpierte die DFC-Abwehr, die widerstandslos zusah, wie Waldniel aus kurzer Distanz den Ball versenkte. In der Folgezeit hatten die Gäste auch weiterhin ein optisches Übergewicht, auch wenn große Chancen Mangelware waren. Dülken meldete sich nach 24 Minuten zum ersten Mal durch einen Fernschuss von Nils Menzel, der aus 30 Metern vom SC-Keeper entschärft wurde. Das war so etwas wie ein Weckruf, denn plötzlich kamen die Platzherren viel besser in die Gänge. In der 34. Minute lief ein Angriff über Huintjes, der kurz in die Mitte passte, doch Nils Menzel kam einen Tick zu spät. Cengez zog sieben Minuten später aus halblinker Position ab, aber wieder konnte der Torwart schlimmeres verhindern. Zwei Minuten später klingelte es aber doch im Karton, als Sadik zu einem Bilderbuch-Solo ansetzte. Der DFC-Angreifer tänzelte einen, zwei, drei und auch noch den vierten und fünften Gegenspieler aus, umkurvte den Torhüter und schob den Ball trocken ins Netz - so einfach kann Fußball sein!

Nach der Pause gab es einen offenen Schlagabbtausch. Hüben wie drüben erspielten sich beide Teams ihre Chancen. In der 50. Minute wurde Tobias Beier ein weiteres Mal von seinem Gegenspieler ausgetänzelt, doch der traf nur den Pfosten. Auch der 30-Meter-Schuss der Gäste fand sechs Minuten später in Florian Engels seinen Meister. Dülken hatte in der 60. Minute eine Riesenchance durch Pütz, der nach einem Pass von Sadik aus halbrechter Position scheiterte. Nachdem Beier erneut patzte, tauchte sein Gegenspieler wieder alleine vor Engels auf, aber der Ball ging knapp am linken Eck vorbei. Dann wieder Dülken: Huintjes hatte auf halbrechts freies Schussfeld, passte aber uneigennützig auf Sadik, aber schon war ein Fuß dazwischen. Da wäre mehr drin gewesen! Die wohl größte Chance des Spiels hatte Sadik dann selbst in der 76. Minute. Wieder startete der DFC-Stürmer zum Solo, vernaschte erneut zwei Spieler, aber anstatt die Übersicht zu behalten und sich die Ecke auszusuchen, schoss er aus fünf Metern dem Torwart praktisch in die Arme. Im Gegenzug hatte der DFC Glück, dass Waldniel ebenfalls aus guter Einschussposition an Engels scheiterte. Nach einer gelb-roten Karte für Joachim Pütz spielte der DFC die letzten Minuten in Unterzahl, spielte aber - wie Waldniel auch - weiter auf Sieg. Es blieb ein Spiel auf Biegen und Brechen und erst der souveräne Schiedsrichter verdonnerte beide Teams zur Punkteteilung.

Ein packendes Spiel ohne Sieger. Auch ohne drei Punkte war der Stadtgarten im ersten Heimspiel der Saison ein lohnendes Ausflugsziel.


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